Warum die Bepflanzung nach Jahren geplant wird
Ein Hochbeet wird in Schichten aufgebaut: Äste, Laub, Kompost, Erde. Diese organischen Schichten zersetzen sich und geben dabei kontinuierlich Nährstoffe ab. Im ersten Jahr ist die Konzentration am höchsten. Mit jedem Jahr sinkt sie, weil das Material weiter verrottet und die Pflanzen Nährstoffe entziehen.
Daraus ergibt sich eine logische Reihenfolge: Erst Starkzehrer, dann Mittelzehrer, dann Schwachzehrer. So nutzt du die vorhandenen Nährstoffe optimal und sparst dir Dünger. Das Prinzip empfiehlt auch die Redaktion von Gartenjournal.net als Grundregel für jedes Hochbeet.
Jahr 1: Starkzehrer
Jetzt darf alles rein, was hungrig ist. Der Boden ist frisch, nährstoffreich und warm durch die Verrottung in den unteren Schichten. Perfekte Bedingungen für:
- Tomaten - die Klassiker im Hochbeet. Zwei bis drei Pflanzen pro Standardbeet (120 x 80 cm) reichen. Am Rand setzen, damit sie nach außen wachsen können. Tipps zum richtigen Zeitpunkt findest du unter Wann kommen Tomaten ins Freie?
- Zucchini - maximal eine Pflanze pro Beet. Zucchini brauchen viel Platz und beschatten sonst alles andere.
- Kürbis - wie Zucchini ein Platzfresser. Am besten an den Rand setzen, damit die Ranken über den Beetrand nach außen wachsen.
- Gurken - klettern an einem Spalier nach oben und nutzen den vertikalen Raum.
- Kohl - Brokkoli, Blumenkohl oder Kohlrabi. Brauchen viel Stickstoff und fühlen sich im ersten Jahr wohl.
Für die Düngung der Tomaten im Hochbeet gilt: Im ersten Jahr zurückhaltend sein. Die Erde liefert genug. Erst ab der Blüte bei Bedarf mit verdünnter Brennnesseljauche nachhelfen.
Jahr 2: Mittelzehrer
Der Nährstoffgehalt ist gesunken, reicht aber noch für Gemüse mit mittlerem Bedarf. Jetzt kommen Pflanzen an die Reihe, die bei zu vielen Nährstoffen sogar Probleme bekommen:
- Möhren - bei zu viel Stickstoff werden sie beinig und gabeln sich. Im zweiten Jahr passt der Nährstoffgehalt.
- Fenchel - bildet bei mäßiger Düngung schönere Knollen.
- Mangold - unkompliziert, liefert von Juni bis Oktober.
- Kohlrabi - geht auch noch im zweiten Jahr gut.
- Paprika - braucht weniger als Tomaten, profitiert von der Restwärme der Verrottung.
- Zwiebeln und Knoblauch - kommen mit weniger Nährstoffen gut zurecht.
Ab dem zweiten Jahr lohnt es sich, alle drei bis vier Wochen mit organischem Dünger oder Kompost nachzuhelfen. Die Erde sackt außerdem ab - oben eine Schicht frischen Kompost auffüllen.
Jahr 3: Schwachzehrer
Jetzt ist der größte Teil der Nährstoffe verbraucht. Ideal für Pflanzen, die auf zu fettem Boden schlecht gedeihen:
- Salate - Kopfsalat, Pflücksalat, Rucola. Schnelle Ernte, gut für Vor- und Nachkultur.
- Radieschen - von der Aussaat bis zur Ernte nur vier bis sechs Wochen.
- Erbsen und Bohnen - Leguminosen sammeln Stickstoff aus der Luft und reichern den Boden sogar wieder an.
- Kräuter - viele Kräuter entwickeln auf magerem Boden mehr Aroma.
- Spinat - schnell, anspruchslos, gute Vor- oder Nachkultur.
Pflanzplan für ein 120-x-80-cm-Beet (Jahr 1)
Ein konkreter Plan für das erste Jahr, der den Platz optimal nutzt:
- Hintere Reihe (Norden): 3 Tomatenpflanzen mit je 40 cm Abstand, an Stäben oder Schnüren hochgeleitet.
- Mittlere Reihe: 3 Kohlrabi oder 2 Paprikapflanzen.
- Vordere Reihe (Süden): Pflücksalat oder Radieschen als schnelle Zwischenkultur.
Die hohen Pflanzen nach Norden, die niedrigen nach Süden - so bekommt alles genug Licht. Radieschen und Salat sind geerntet, bevor die Tomaten den Platz brauchen.
Nach drei bis vier Jahren: Beet neu befüllen
Irgendwann ist die Erde im Hochbeet abgesackt und ausgelaugt. Dann die obere Schicht abnehmen (die ist guter Kompost fürs normale Beet), das Hochbeet neu schichten und wieder bei Jahr 1 anfangen. Die meisten Hochbeetgärtner kommen damit alle drei bis vier Jahre dran.
Alternativ kannst du ab Jahr 3 jedes Frühjahr eine dicke Schicht frischen Kompost oben auffüllen und weiter Starkzehrer anbauen. Dann musst du nicht komplett neu befüllen, gibst aber den Vorteil der Schichtung auf. Beide Wege funktionieren - probier aus, was für dich passt.
Ein Hochbeet mit durchdachtem Pflanzplan bringt auf kleiner Fläche erstaunlich viel Ertrag. Der Schlüssel ist die richtige Reihenfolge: hungrige Pflanzen zuerst, genügsame später. So holst du aus jeder Schicht das Beste raus.