Der richtige Zeitpunkt
Paprika kommt frühestens nach den Eisheiligen ins Freie - also ab Mitte Mai. Die Pflanzen vertragen keinen Frost. Auch kühle Nächte unter 10 Grad bremsen das Wachstum spürbar. Wer ein Gewächshaus hat, kann schon Anfang Mai pflanzen.
Vor dem Auspflanzen die Jungpflanzen mindestens eine Woche lang abhärten. Tagsüber nach draußen stellen, nachts wieder rein. Erst halbschattig, dann sonniger. Ohne diese Eingewöhnung reagieren die Pflanzen mit Sonnenbrand auf den Blättern und stellen das Wachstum ein.
Standort: sonnig, warm, windgeschützt
Paprika stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Die Pflanze liebt Wärme über alles. Der ideale Standort ist vollsonnig mit mindestens sechs Stunden direkter Sonne am Tag. Halbschatten funktioniert nicht - die Pflanzen blühen weniger und tragen kaum Früchte.
Mindestens genauso wichtig: Windschutz. Paprikapflanzen haben spröde Triebe, die bei Wind leicht abknicken. An einer Südwand, vor einer Hecke oder an der Hauswand fühlen sie sich am wohlsten. Die Wand speichert tagsüber Wärme und gibt sie nachts wieder ab. Das ergibt ein Mikroklima, das den Unterschied macht.
Im Gewächshaus herrschen ideale Bedingungen. Dort erreichen Paprikapflanzen locker 80 bis 100 Zentimeter Höhe und tragen reichlich. Im Freiland bleiben sie oft kleiner und der Ertrag schwankt je nach Sommer.
Boden vorbereiten
Paprika mag lockeren, humosen Boden, der Wasser gut hält, aber keine Staunässe verursacht. Schwerer Lehmboden wird mit Kompost und etwas Sand verbessert. Sandiger Boden braucht Kompost für mehr Wasserspeicher.
Vor dem Pflanzen gut drei bis vier Liter reifen Kompost pro Quadratmeter einarbeiten. Paprika ist ein Starkzehrer und braucht viele Nährstoffe. Wer Brennnesseljauche ansetzt, hat einen kostenlosen Zusatzdünger für die Saison.
Pflanzabstand
Im Beet 40 bis 50 Zentimeter Abstand zwischen den Pflanzen. Zwischen den Reihen 50 bis 60 Zentimeter. Das klingt viel für die kleinen Jungpflanzen, aber Paprika wird buschig und braucht den Platz für Luftzirkulation.
Zu eng gepflanzte Paprika trocknet nach Regen schlecht ab. Feuchtigkeit auf den Blättern fördert Pilzkrankheiten. Lieber eine Pflanze weniger setzen und dafür gesunde, kräftige Exemplare haben.
Richtig pflanzen
Ein Pflanzloch graben, das etwas größer als der Wurzelballen ist. Die Pflanze so tief setzen, dass die Oberkante des Ballens mit der Beetoberfläche abschließt. Anders als bei Tomaten wird Paprika nicht tiefer gesetzt - der Stamm bildet keine zusätzlichen Wurzeln.
Gut angießen. In den ersten zwei Wochen täglich kontrollieren, ob die Erde feucht genug ist. Die Pflanzen müssen erst anwachsen und neue Wurzeln bilden. Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt hält die Feuchtigkeit im Boden und unterdrückt Unkraut.
Gießen und Düngen
Paprika braucht gleichmäßig feuchte Erde. Nicht jeden Tag ein bisschen gießen, sondern seltener und dafür durchdringend. Zwei- bis dreimal pro Woche reicht meistens. Im Hochsommer bei Hitze öfter. Morgens gießen, nicht abends - das reduziert Pilzbefall.
Ab der Blüte steigt der Nährstoffbedarf. Alle zwei Wochen mit einem Gemüsedünger oder verdünnter Brennnesseljauche düngen. Kalium ist besonders wichtig für die Fruchtbildung. Laut NDR Ratgeber Garten profitieren Paprikapflanzen von einer Gabe Tomatendünger, der viel Kalium enthält.
Stützen und Pflegen
Paprikapflanzen brauchen ab einer gewissen Größe eine Stütze. Sobald die Früchte wachsen, werden die Triebe schwer und knicken ab. Ein Bambusstab pro Pflanze reicht. Die Pflanze locker anbinden, nicht einschnüren.
Die sogenannte Königsblüte - die erste Blüte in der Gabelung des Haupttriebs - entfernen. Das klingt brutal, hat aber einen guten Grund: Die Pflanze steckt dann mehr Energie ins Wachstum und bildet danach deutlich mehr Blüten und Früchte. Diese Praxis ist unter erfahrenen Paprikagärtnern Standard.
Grün oder rot ernten?
Grüne Paprika sind unreife Paprika. Jede Paprikasorte wird reif rot, gelb oder orange. Der Unterschied ist gewaltig: Reife Paprika enthält bis zu dreimal mehr Vitamin C als grüne und schmeckt deutlich süßer.
Das Problem: Die Ausreifung dauert lange. Von der grünen zur roten Frucht vergehen drei bis vier Wochen. In einem kurzen deutschen Sommer schaffen nicht alle Früchte diese letzte Phase. Deshalb die ersten Früchte grün ernten, damit die Pflanze Kraft für die nächsten hat. Die späteren Früchte dann ausreifen lassen, solange das Wetter warm genug ist.
Paprika mit einer scharfen Schere abschneiden, nicht abreißen. Der Stielansatz ist fest. Beim Abreißen beschädigst du den Trieb und öffnest Eintrittspforten für Krankheiten.
Gute Nachbarn im Beet
Paprika verträgt sich gut mit Tomaten, Basilikum, Möhren und Salat. Ungünstige Nachbarn sind Fenchel und Erbsen. Da Paprika und Tomaten ähnliche Ansprüche haben, lassen sie sich gut zusammen im Gewächshaus oder am geschützten Platz an der Hauswand kombinieren.