Wann genau anfangen?
Die Aussaat startet zwischen Mitte Februar und Mitte März. Der genaue Zeitpunkt hängt davon ab, wo die Tomaten später stehen sollen. Für ein unbeheiztes Gewächshaus kannst du Ende Februar beginnen - die Pflanzen dürfen dort schon Anfang Mai rein. Für Freiland oder Balkon reicht Anfang bis Mitte März völlig aus.
Zu früh ist genauso schlecht wie zu spät. Pflanzen, die vor Februar gesät werden, vergeilen auf der Fensterbank. Sie werden lang, dünn und instabil, weil ihnen das Licht fehlt. Ein kräftiger, gedrungener Stängel entsteht nur, wenn die Tage lang genug sind.
Was du brauchst
Tomatensamen bekommst du im Gartencenter, online oder von der Ernte des Vorjahres. Samenfeste Sorten lassen sich Jahr für Jahr vermehren - bei Hybridsorten (F1) klappt das nicht zuverlässig.
- Anzuchterde - nährstoffarm und fein. Normale Blumenerde ist zu gedüngt und lässt die Keimlinge verbrennen.
- Anzuchttöpfe oder Multitopfplatten - Joghurtbecher mit Abzugsloch funktionieren genauso.
- Sprühflasche - zum vorsichtigen Befeuchten ohne die Samen wegzuschwemmen.
- Klarsichtfolie oder Anzuchthaube - hält die Feuchtigkeit und Wärme.
Schritt für Schritt: Aussaat
Füll die Töpfe mit Anzuchterde und drücke sie leicht an. Die Erde sollte feucht sein, aber nicht nass - wenn du sie in der Hand zusammendrückst, darf kein Wasser herauslaufen.
Leg pro Topf ein bis zwei Samen auf die Erde und bedecke sie dünn, etwa einen halben Zentimeter. Tomaten sind Dunkelkeimer - sie brauchen Erdkontakt, um zu keimen. Danach mit der Sprühflasche befeuchten und eine Folie oder Haube drüberlegen.
Stell die Töpfe an einen warmen Platz. Die ideale Keimtemperatur liegt zwischen 22 und 25 Grad. Eine Fensterbank über der Heizung funktioniert oft gut. Auf dem Ratgeber von meine-ernte.de findest du weitere Details zur optimalen Temperaturführung.
Nach fünf bis zehn Tagen zeigen sich die ersten Keimlinge. Dann sofort die Folie abnehmen und die Töpfe ans hellste Fenster stellen. Ab jetzt brauchen die Pflänzchen vor allem Licht - mindestens zehn Stunden am Tag.
Pikieren: Umtopfen nach dem zweiten Blattpaar
Sobald sich nach den Keimblättern das erste echte Blattpaar zeigt, werden die Keimlinge vereinzelt. Das nennt sich Pikieren. Jede Pflanze bekommt einen eigenen Topf (8-10 cm Durchmesser) mit normaler Blumenerde.
Beim Pikieren fasst du den Keimling nur an den Blättern an, nie am Stängel. Mit einem Pikierstab oder Bleistift hebst du die Wurzel vorsichtig heraus und setzt die Pflanze etwas tiefer in den neuen Topf - bis knapp unter die Keimblätter. Am versenkten Stängel bilden sich zusätzliche Wurzeln, das macht die Pflanze stabiler.
Von der Fensterbank ins Freie
Ab April beginnt die Abhärtungsphase. Stell die Töpfe an milden Tagen für ein paar Stunden nach draußen - geschützt, ohne direkte Mittagssonne. Die Dauer steigerst du über zwei Wochen langsam. Mehr dazu im Artikel Wann kommen Tomaten ins Freie?
Typische Fehler beim Vorziehen, die laut Plantura am häufigsten vorkommen: zu früh säen, zu wenig Licht und zu viel Wasser. Staunässe ist der Todfeind junger Tomatenpflanzen.
Häufige Probleme
- Keimlinge werden lang und dünn: Zu wenig Licht. Näher ans Fenster oder Pflanzenlampe nutzen.
- Keimlinge fallen um: Umfallkrankheit durch zu feuchte Erde. Weniger gießen, besser lüften.
- Blätter werden gelb: Nährstoffmangel nach dem Pikieren. Leicht düngen (halbe Dosis Flüssigdünger).
- Nichts keimt: Zu kalt. Unter 18 Grad passiert wenig. Wärmere Stelle suchen.
Wer seine Tomaten selbst vorzieht, hat die freie Sortenwahl. Im Gartencenter gibt es vielleicht zehn Sorten - bei spezialisierten Saatguthändlern mehrere hundert. Von der winzigen Wildtomate bis zur pfundschweren Fleischtomate ist alles dabei. Und das Gefühl, eine Tomate zu ernten, die man selbst aus einem Samenkorn gezogen hat, ist jedes Jahr wieder besonders.