Warum im Sommer pflanzen?

Erdbeeren bilden ihre Blütenknospen im Spätsommer und Herbst. Dafür brauchen sie eine gut eingewurzelte Pflanze mit ausreichend Blattmasse. Wer erst im April pflanzt, hat Pflanzen, die den Sommer über vor allem Wurzeln und Blätter bilden - aber keine Blütenknospen für das laufende Jahr anlegen.

Die ideale Pflanzzeit liegt zwischen Ende Juli und Ende August. In dieser Phase findest du im Gartencenter frisch getopfte Erdbeerpflanzen, sogenannte "Grünpflanzen". Die sind zwar teurer als wurzelnackte Ware, wachsen aber schneller an und bringen schon in der nächsten Saison vollen Ertrag.

Alternativ geht auch eine Pflanzung im September, dann fällt die erste Ernte allerdings etwas geringer aus. Laut dem Bayerischen Landesamt für Weinbau und Gartenbau ist die Sommerpflanzung der Frühjahrspflanzung bei Erdbeeren klar überlegen.

Standort und Boden

Erdbeeren mögen Sonne. Sechs Stunden direkte Sonne pro Tag sollten es sein, dann werden die Früchte süß und aromatisch. Halbschatten geht auch, aber die Früchte bleiben kleiner und weniger süß.

Der Boden sollte locker, humusreich und leicht sauer sein (pH 5,5 bis 6,5). Schwere Lehmböden vor dem Pflanzen mit Kompost und Sand auflockern. Staunässe vertragen Erdbeeren gar nicht - die Wurzeln faulen schnell.

Erdbeeren eignen sich auch gut fürs Hochbeet. Dort sind sie vor Schnecken geschützt, der Boden erwärmt sich schneller und die Ernte ist rückenschonend. Am Rand des Hochbeets gepflanzt, hängen die Früchte dekorativ über den Rand.

Pflanzung Schritt für Schritt

  1. Den Boden zwei Wochen vor der Pflanzung mit Kompost verbessern und gut durcharbeiten. Unkraut gründlich entfernen - Erdbeeren vertragen Konkurrenz schlecht.
  2. Pflanzabstand: 25 bis 30 cm in der Reihe, 50 bis 60 cm zwischen den Reihen. Das klingt großzügig, aber die Pflanzen breiten sich über Ausläufer schnell aus.
  3. Pflanztiefe beachten: Das Herz der Pflanze (dort, wo die Blätter entspringen) muss auf Bodenhöhe sitzen. Zu tief gepflanzt fault das Herz, zu hoch trocknet es aus. Das ist der häufigste Fehler.
  4. Kräftig angießen und in den ersten Wochen feucht halten. Die Wurzeln müssen schnell Anschluss finden.
  5. Mit Stroh oder Holzhäcksel mulchen. Das hält den Boden feucht, unterdrückt Unkraut und sorgt dafür, dass die Früchte später sauber bleiben.
Woher kommt der Name? Das Wort "Erdbeere" hat nichts mit Erde zu tun. Es leitet sich vom altdeutschen "Erdber" ab, was so viel wie "niedrig wachsende Beere" bedeutet. Und Stroh unter den Früchten gibt der "Strawberry" ihren englischen Namen.

Beliebte Sorten

Einmaltragende Sorten liefern im Juni eine große Ernte über zwei bis drei Wochen. Das sind die Klassiker:

Immertragende Sorten (auch "remontierende" genannt) blühen und fruchten von Juni bis Oktober in Wellen:

Für den Hausgarten empfehle ich eine Mischung: Eine frühe Sorte, eine späte und eine immertragende. So hast du von Mai bis Oktober frische Erdbeeren.

Pflege während der Saison

Gießen: Gleichmäßig feucht halten, besonders während der Blüte und Fruchtreife. Trockenheit in dieser Phase führt zu kleinen, harten Früchten. Immer morgens gießen und nicht über die Blätter - nasse Blätter fördern Grauschimmel.

Düngen: Nicht übertreiben. Im Frühjahr beim Austrieb eine dünne Schicht Kompost um die Pflanzen verteilen. Nach der Ernte nochmal düngen, damit die Pflanze Kraft für die Blütenknospen des nächsten Jahres hat. Mineralischer Beerendünger oder reifer Kompost reichen völlig.

Stroh unterlegen: Sobald die ersten Früchte sich bilden, Stroh zwischen die Pflanzen und unter die Fruchtstände legen. Die Früchte liegen trocken, werden nicht schmutzig und faulen weniger. Daher der englische Name "Strawberry".

Ausläufer: Vermehrung oder Entfernung?

Ab Juni bilden Erdbeerpflanzen lange Ranken mit kleinen Tochterpflanzen am Ende - die Ausläufer. Die kosten der Mutterpflanze Kraft. Wer maximalen Ertrag will, schneidet sie konsequent ab.

Wer neue Pflanzen haben möchte: Die kräftigsten Ausläufer in kleine Töpfe mit Erde leiten und festpinnen. Sobald sie gut bewurzelt sind (nach drei bis vier Wochen), von der Mutterpflanze trennen und an den neuen Standort pflanzen. Kostenlose Erdbeerpflanzen, die genetisch identisch mit der Mutterpflanze sind.

Nach drei bis vier Jahren lässt die Ertragskraft nach. Dann die alten Pflanzen durch junge Ausläufer ersetzen. Nicht am selben Standort - mindestens vier Jahre Anbaupause einhalten, sonst droht Bodenmüdigkeit.

Grauschimmel vorbeugen: Befallene Früchte sofort entfernen. Nicht auf den Kompost werfen, sondern in den Restmüll. Grauschimmel (Botrytis) überwintert und kommt sonst nächstes Jahr zurück. Stroh unter den Früchten und gute Luftzirkulation sind die beste Vorbeugung.

Erdbeeren aus dem eigenen Garten schmecken anders als Supermarktware. Intensiver, süßer, saftiger. Der Aufwand hält sich in Grenzen, und mit dem richtigen Pflanzzeitpunkt im Sommer erntest du schon im ersten Jahr richtig gut.