Der richtige Standort
Halbschatten auf gewachsenem Boden - das sind die zwei Grundregeln. Volle Sonne trocknet den Kompost aus, Dauerschatten bremst die Zersetzung. Unter einem Laubbaum am Gartenrand ist ideal.
Direkt auf dem Erdboden aufsetzen, nicht auf Pflastersteinen oder Beton. Die Bodenlebewesen (Regenwürmer, Asseln, Mikroorganismen) müssen von unten in den Kompost einwandern können. Ohne sie funktioniert die Kompostierung nicht.
Windschutz ist ein Vorteil, aber keine Pflicht. Direkt neben der Grundstücksgrenze lieber nicht - der Nachbar freut sich selten über den Anblick und gelegentlich über den Geruch noch weniger.
Komposter oder offener Haufen?
Beides funktioniert. Die Wahl hängt von der Gartengröße und der Menge an Abfällen ab.
Offener Komposthaufen: Ab etwa 1 Kubikmeter sinnvoll. Braucht Platz, lässt sich dafür leicht umsetzen und belüften. Für größere Gärten die beste Wahl. Drei Kammern nebeneinander (frisch, in Arbeit, fertig) sind der Goldstandard.
Geschlossener Komposter (Thermokomposter): Kompakt, ordentlich, weniger Geruch. Durch die Wärmedämmung geht die Zersetzung schneller. Gut für kleine Gärten und Reihenhäuser. Ein bewährtes Modell ist der Neudorff DuoTherm mit Mäusegitter. Nachteil: Umsetzen ist umständlicher.
Drahtgitter-Komposter: Günstiger Mittelweg. Vier Pfosten, Maschendraht drum, fertig. Gute Belüftung, einfach zu bauen, passt in die meisten Gärten.
Was darf auf den Kompost?
Die Grundregel: Pflanzliches Material aus Küche und Garten. Je abwechslungsreicher die Mischung, desto besser das Ergebnis. Eine ausführliche Übersicht findest du auch im Ratgeber von kompostergarten.de.
Ja, kommt drauf:
- Obst- und Gemüsereste (auch Schalen von Zitrusfrüchten, in Maßen)
- Kaffeesatz und Teeblätter (samt Filtertüten aus Papier)
- Eierschalen (zerkleinert zersetzen sie sich schneller)
- Rasenschnitt (angetrocknet, nicht in dicken Klumpen)
- Laub, Häckselgut, dünne Zweige
- Verwelkte Blumen und Pflanzenreste
- Unbedruckte Pappe und Zeitungspapier (zerkleinert, als Strukturmaterial)
- Holzasche in kleinen Mengen (aus unbehandeltem Holz)
Nein, bleibt draußen:
- Fleisch, Fisch, Knochen, Milchprodukte - ziehen Ratten an und stinken
- Gekochte Essensreste - gleicher Grund
- Kranke Pflanzen (Kraut- und Braunfäule, Kohlhernie) - die Erreger überleben im Kompost
- Unkraut mit reifen Samen (Giersch, Quecke) - die keimen fröhlich im fertigen Kompost
- Nussschalen von Walnüssen (zersetzen sich extrem langsam)
- Katzenstreu und Hundekot - Hygiene und Parasiten
- Behandeltes Holz, Kunststoff, Glas, Metall
Aufsetzen und Schichten
Ganz unten eine Schicht grober Äste und Häcksel (10 bis 15 cm). Die sorgt für Drainage und Belüftung von unten. Darauf abwechselnd feuchtes (grünes) und trockenes (braunes) Material schichten. Nicht alles auf einmal draufkippen - lieber regelmäßig in dünnen Schichten aufbauen.
Zwischen den Schichten eine dünne Lage fertigen Kompost oder Gartenerde streuen. Das bringt Mikroorganismen ein und beschleunigt den Start. Wer Brennnesseljauche hat, kann damit den frischen Kompost angießen. Der Stickstoff in der Jauche bringt die Zersetzung schnell in Gang.
Der Haufen darf nicht zu nass und nicht zu trocken sein. Die Faustregel: Material in die Hand nehmen und zusammendrücken. Wenn ein paar Tropfen Wasser austreten, ist die Feuchtigkeit perfekt. Zu trocken? Mit der Gießkanne nachhelfen. Zu nass? Trockenes Häckselgut oder zerknülltes Zeitungspapier untermischen.
Umsetzen - warum und wie oft
Kompost braucht Sauerstoff. Ohne Luft arbeiten die falschen Mikroorganismen (anaerobe), und statt Humus entsteht stinkende Pampe. Umsetzen bringt Luft rein und mischt trockenes und feuchtes Material.
Nach vier bis sechs Wochen das erste Mal umsetzen. Dabei das äußere Material nach innen schaufeln und umgekehrt. Danach alle sechs bis acht Wochen wiederholen. Das beschleunigt die Rotte und liefert gleichmäßigeren Kompost.
Wer nicht umsetzen will: Geht auch. Dauert dann aber deutlich länger - statt sechs bis neun Monate eher zwölf bis achtzehn. Laut dem Umweltbundesamt ist regelmäßiges Umsetzen der wichtigste Faktor für schnellen, geruchsarmen Kompost.
Woran erkennst du reifen Kompost?
Fertiger Kompost sieht aus wie dunkle, krümelige Erde. Er riecht angenehm nach Waldboden. Die ursprünglichen Materialien sind nicht mehr erkennbar (Ausnahme: Eierschalen und Äste brauchen länger). Die Temperatur im Haufen ist auf Umgebungstemperatur gesunken.
Einfacher Test: Eine Handvoll Kompost in einen Blumentopf füllen und Kresse aussäen. Keimt die Kresse innerhalb einer Woche gleichmäßig und grün, ist der Kompost reif. Keimt sie schlecht oder werden die Blätter gelb, braucht er noch Zeit.
Reifer Kompost lässt sich durch ein grobes Sieb (10 bis 15 mm Maschenweite) werfen. Was durchfällt, kommt aufs Beet. Was nicht durchfällt, kommt zurück auf den Komposthaufen und macht die nächste Runde.
Kompost verwenden
Fertigen Kompost im Frühjahr flach in die Beete einarbeiten. Drei bis fünf Liter pro Quadratmeter reichen für Starkzehrer. Schwachzehrer brauchen weniger. Kompost ist kein Ersatz für Pflanzerde - immer mit der vorhandenen Gartenerde mischen, nie pur verwenden.
Als Mulchschicht um Beerensträucher und Stauden aufbringen. Als Zuschlag für Blumenerde bei Topfpflanzen (maximal ein Drittel Kompost). Zum Befüllen von Hochbeeten als oberste Schicht.
Bewohner im Kompost
Ein gesunder Kompost ist ein Ökosystem. Regenwürmer, Asseln, Tausendfüßler, Springschwänze und Milliarden von Mikroorganismen zersetzen das Material. Die sollst du nicht bekämpfen - die arbeiten für dich.
Manchmal findest du dicke, weiße Engerlinge im Kompost. Das sind mit großer Wahrscheinlichkeit Larven des Nashornkäfers oder des Rosenkäfers. Beide sind harmlos und stehen unter Naturschutz. Sie fressen verrottendes Pflanzenmaterial und beschleunigen die Kompostierung. Auf keinen Fall töten - sie sind ein Zeichen für guten Kompost.
Ein Kompost gehört in jeden Garten. Er verwandelt Abfall in den besten Dünger, den du kriegen kannst, spart Geld für Blumenerde und Dünger und reduziert deinen Restmüll. Der Aufwand beschränkt sich auf gelegentliches Umsetzen. Nach dem ersten fertigen Kompost wirst du dich fragen, warum du nicht früher angefangen hast.