Zwei Gruppen, zwei Ansprüche

Kräuter lassen sich grob in zwei Gruppen teilen. Die Einteilung bestimmt den gesamten Beetaufbau.

Mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano und Lavendel stammen aus trockenen, sonnigen Regionen. Sie wollen magere, durchlässige Erde, volle Sonne und wenig Wasser. Zu viel Nährstoffe machen sie anfällig für Krankheiten und das Aroma wird schwächer.

Einheimische Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Dill, Liebstöckel und Kerbel mögen es feuchter und nährstoffreicher. Sie vertragen Halbschatten und brauchen humusreiche Erde. In magerem, trockenem Boden kümmern sie.

Diese beiden Gruppen in ein Beet mit gleicher Erde zu pflanzen, funktioniert schlecht. Entweder die Mediterranen bekommen zu viel Wasser oder die Einheimischen zu wenig. Die Lösung: Zwei getrennte Bereiche oder zwei separate Beete.

Den richtigen Standort finden

Die meisten Kräuter brauchen mindestens vier bis sechs Stunden Sonne am Tag. Mediterrane Kräuter wollen volle Sonne, je mehr desto besser. Ein Platz in der Nähe der Küche ist praktisch - so pflückst du beim Kochen schnell ein paar Blätter.

An einer Südwand oder Südmauer ist der ideale Platz für mediterrane Kräuter. Die Mauer speichert Wärme und schützt vor kaltem Wind. Laut Mein schöner Garten gedeihen Rosmarin und Thymian an einer Südwand besonders gut und überstehen dort sogar milde Winter.

Schnittlauch, Petersilie und Kerbel vertragen dagegen auch lichten Schatten. Ein Beet am Rand des Gemüsegartens oder unter lichten Bäumen funktioniert für diese Gruppe.

Beetform und Größe

Ein Kräuterbeet muss nicht groß sein. Zwei Quadratmeter reichen für die wichtigsten Küchenkräuter. Drei bis vier Quadratmeter bieten Platz für eine gute Auswahl. Größer muss es nur werden, wenn du Stauden wie Liebstöckel oder Estragon pflanzen willst - die brauchen viel Platz.

Rechteckige Beete sind am einfachsten anzulegen. Eine Kräuterspirale sieht hübsch aus und bietet auf kleiner Fläche verschiedene Zonen: oben trocken und sonnig (für Mediterrane), unten feucht und halbschattig (für Einheimische). Der Bau ist aber aufwendiger.

Hochbeete funktionieren hervorragend für Kräuter. Die erhöhte Position verbessert den Wasserabfluss, was mediterrane Kräuter lieben. Und du musst dich beim Pflücken nicht bücken.

Boden vorbereiten

Für den mediterranen Bereich: Normale Gartenerde mit reichlich Sand und Kies mischen. Das Verhältnis etwa 2:1 (Erde zu Sand/Kies). Der Boden muss durchlässig sein. Staunässe ist der Todfeind von Rosmarin und Thymian. Bei schwerem Lehmboden eine Drainageschicht aus Kies unter die Erde legen.

Für den einheimischen Bereich: Gartenerde mit reifem Kompost aufbessern. Hier darf der Boden humusreich und nährstoffhaltiger sein. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt hält die Feuchtigkeit.

Auf keinen Fall normale Blumenerde verwenden - sie ist zu stark gedüngt und hält zu viel Wasser. Kräutererde aus dem Gartencenter ist eine brauchbare Alternative, aber selbst gemischte Erde ist günstiger und besser anpassbar.

Welche Kräuter passen zusammen?

Innerhalb der zwei Gruppen gibt es gute und schlechte Nachbarn.

Gute Kombination mediterran: Rosmarin, Thymian, Salbei und Oregano. Alle vier haben ähnliche Ansprüche und vertragen sich problemlos nebeneinander. Lavendel passt dazu, braucht aber etwas mehr Platz.

Gute Kombination einheimisch: Schnittlauch, Petersilie und Kerbel. Dill wächst gut in der Nachbarschaft von Petersilie. Liebstöckel steht besser am Rand, weil er bis zu zwei Meter hoch wird und alles andere beschattet.

Schlechte Nachbarn: Basilikum und Melisse vertragen sich nicht gut. Pfefferminze wuchert stark und verdrängt alles in ihrer Nähe - besser im eigenen Topf oder mit einer Wurzelsperre im Boden. Auch Dill und Fenchel mögen sich nicht und sollten nicht nebeneinander stehen.

Tipp Pfefferminze: Minze immer mit Rhizomsperre pflanzen oder gleich im eingesenkten Topf. Ohne Begrenzung breitet sie sich durch unterirdische Ausläufer aus und überwuchert das ganze Beet innerhalb einer Saison.

Schritt für Schritt anlegen

Markiere die Beetfläche mit einer Schnur. Den Boden spatentief umgraben und Unkrautwurzeln gründlich entfernen. Bei schwerem Boden Sand und Kies einarbeiten, bei leichtem Boden Kompost.

Das Beet einfassen - mit Kantensteinen, Holzbrettern oder Natursteinen. Das verhindert, dass Gras einwächst, und gibt dem Beet eine saubere Struktur. Hohe Kräuter nach hinten, niedrige nach vorne.

Pflanzen einsetzen, angießen, fertig. Die beste Pflanzzeit ist Mai, nach den Eisheiligen. Mediterrane Kräuter aus dem Gartencenter sind oft vorgezogen und können direkt gepflanzt werden. Einheimische Kräuter wie Petersilie und Dill lassen sich auch direkt aussäen.

Pflege über das Jahr

Mediterrane Kräuter brauchen wenig Pflege. Nur bei längerer Trockenheit gießen. Im Frühjahr alte Triebe zurückschneiden, damit die Pflanzen buschig bleiben. Nicht ins alte Holz schneiden - viele mediterrane Kräuter treiben daraus nicht mehr aus.

Einheimische Kräuter regelmäßig gießen und bei Bedarf mit etwas Kompost oder verdünnter Brennnesseljauche düngen. Petersilie und Dill regelmäßig ernten, dann treiben sie immer wieder nach. Schnittlauch nach der Blüte bodennah abschneiden - er treibt frisch und kräftig nach.

Im Herbst die einjährigen Kräuter abräumen. Mehrjährige mediterrane Kräuter in rauen Lagen mit Vlies oder Reisig abdecken. Rosmarin übersteht in milden Regionen den Winter draußen, in kalten Gegenden besser im Topf überwintern.

Basilikum nicht ins Beet: Basilikum steht am besten im Topf in Küchennähe. Im Beet ist es anfällig für Schnecken und Nässe. Auf der Fensterbank oder der Terrasse im Topf gedeiht es zuverlässiger.