Wann Zucchini pflanzen?

Zucchini vertragen keinen Frost. Direktsaat ins Beet geht ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen. Wer früher starten will, zieht ab Mitte April auf der Fensterbank vor. Dabei die Samen einzeln in Töpfe setzen, etwa 2 cm tief. Bei 20 bis 25 Grad keimen sie innerhalb einer Woche.

Die vorgezogenen Pflanzen kommen nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ins Freie. Vorher eine Woche lang tagsüber nach draußen stellen, damit sie sich an Wind und Sonne gewöhnen. Dieses Abhärten spart dir kümmerliche Pflanzen, die nach dem Auspflanzen erst mal stagnieren. Das Prinzip kennst du vielleicht schon vom Vorziehen von Tomaten.

Der richtige Standort

Zucchini brauchen viel Platz. Rechne mindestens einen Quadratmeter pro Pflanze - besser etwas mehr. Die großen Blätter breiten sich stark aus und beschatten alles in ihrer Nähe. Ein sonniger bis halbschattiger Platz mit nährstoffreichem, lockerem Boden ist ideal.

Schwere Böden vor dem Pflanzen mit Kompost auflockern. Zucchini sind Starkzehrer und brauchen viele Nährstoffe. Ein Pflanzloch mit einer Schaufel Kompost oder gut verrottetem Mist füllen - das reicht als Startdüngung für die ersten Wochen.

Pflanzabstand: mindestens 80 cm, besser 100 cm zwischen den Pflanzen. Wer sie zu eng setzt, riskiert Mehltau durch schlechte Luftzirkulation. Zwei bis drei Pflanzen reichen für einen normalen Haushalt. Mehr braucht es nicht - im Gegenteil, du wirst froh sein, wenn du nicht noch mehr Zucchini verschenken musst.

Richtig gießen und düngen

Zucchini haben einen hohen Wasserbedarf. Gerade in der Blüte- und Fruchtphase ab Juni brauchen sie täglich Wasser, bei Hitze sogar morgens und abends. Immer direkt an den Boden gießen, nicht über die Blätter. Nasse Blätter fördern Pilzkrankheiten wie Mehltau.

Zum Düngen eignet sich Brennnesseljauche hervorragend. Einmal pro Woche im Verhältnis 1:10 verdünnt an die Wurzeln gießen. Alternativ alle zwei bis drei Wochen einen organischen Gemüsedünger geben. Ab der Blüte den Rhythmus beibehalten - dann braucht die Pflanze die meiste Energie.

Mulchen mit Stroh oder Rasenschnitt hält die Feuchtigkeit im Boden und unterdrückt Unkraut. Gleichzeitig liegen die Früchte nicht direkt auf der feuchten Erde und faulen weniger schnell.

Männliche und weibliche Blüten

Zucchini bilden getrennte männliche und weibliche Blüten an derselben Pflanze. Das verwirrt am Anfang, weil die ersten Blüten oft abfallen, ohne Früchte zu bilden. Das ist normal - die ersten sind fast immer männlich.

Du erkennst den Unterschied leicht: Weibliche Blüten haben unter dem Blütenkelch eine kleine Verdickung, den Fruchtansatz. Männliche Blüten sitzen auf einem dünnen Stiel ohne Verdickung. Für die Befruchtung braucht es Insekten, die den Pollen von der männlichen zur weiblichen Blüte tragen.

Falls die Befruchtung ausbleibt (zu wenig Bienen, kaltes Wetter), kannst du nachhelfen. Morgens eine männliche Blüte pflücken, die Blütenblätter entfernen und mit dem Stempel vorsichtig in die weibliche Blüte tupfen. Klingt aufwändig, dauert aber nur Sekunden und sichert die Ernte.

Tipp: Zucchiniblüten sind essbar und eine Delikatesse. Die männlichen Blüten morgens pflücken, füllen und in Backteig frittieren. Da du sowieso mehr männliche als weibliche Blüten hast, fehlt der Pflanze nichts.

Ernte: Klein schmeckt besser

Der häufigste Fehler bei Zucchini: zu spät ernten. Die Früchte schmecken am besten bei einer Länge von 15 bis 20 cm. Dann ist das Fruchtfleisch zart, die Kerne sind weich und der Geschmack mild. Laut dem Gartenmagazin Mein schöner Garten verlieren übergroße Zucchini deutlich an Aroma und werden wässrig.

Alle zwei bis drei Tage durchs Beet gehen und erntereife Früchte mit einem scharfen Messer abschneiden. Nicht abreißen - das verletzt die Pflanze. Regelmäßiges Ernten regt die Bildung neuer Früchte an. Wer eine Woche im Urlaub war, findet garantiert keulengroße Exemplare vor. Die taugen dann höchstens noch für Zucchinikuchen oder als Raspelgemüse.

Die Erntesaison läuft von Juli bis in den Oktober. Erst der erste Frost beendet die Saison endgültig.

Typische Probleme

Mehltau: Weißer Belag auf den Blättern, tritt ab Hochsommer fast immer auf. Befallene Blätter entfernen. Vorbeugend: genug Abstand, nicht über die Blätter gießen, morgens statt abends wässern.

Fruchtfäule: Früchte werden am Blütenende braun und matschig. Ursache ist oft fehlende Befruchtung oder Calciummangel. Klingt wie Blütenendfäule bei Tomaten - der Mechanismus ist ähnlich. Gleichmäßig gießen hilft.

Schnecken: Junge Pflanzen sind ein Festmahl für Schnecken. Schneckenkragen oder Schneckenkorn um die Pflanze verteilen, bis sie groß genug ist. Ab einer gewissen Größe lassen die meisten Schnecken die Zucchini in Ruhe.

Zucchini sind das perfekte Einsteigergemüse. Sie wachsen schnell, liefern viel und verzeihen die meisten Anfängerfehler. Wer den Platz hat, sollte es einfach ausprobieren.