Was Mulch im Boden bewirkt

Eine Mulchschicht hat vier Effekte, die sich gegenseitig verstärken:

Ich hab jahrelang meine Tomatenbeete nicht gemulcht und mich über vertrocknete Erde und Unkrautmarathons geärgert. Seit ich konsequent mulche, gieße ich im Hochsommer halb so oft. Das allein ist den Aufwand wert.

Mulchmaterial im Vergleich

Rasenschnitt

Das häufigste Material, weil es regelmäßig anfällt. Rasenschnitt ist stickstoffreich und zersetzt sich schnell. Aber Achtung: Frischen Rasenschnitt erst einen Tag antrocknen lassen. Eine dicke Schicht feuchter Rasenschnitt verklebt, fault und stinkt. Maximal 3 bis 5 cm dick auftragen und nach zwei Wochen nachschichten.

Stroh

Perfekt für Erdbeeren - der englische Name "strawberry" kommt nicht von ungefähr. Die Früchte liegen sauber auf dem Stroh statt im Matsch. Stroh ist außerdem gut um Tomaten, Paprika und Zucchini herum. Es zersetzt sich langsam und bindet dabei Stickstoff aus dem Boden. Deshalb bei Stroh etwas mehr düngen.

Rindenmulch

Beliebt, aber oft falsch eingesetzt. Rindenmulch gehört auf Wege und unter Sträucher - nicht ins Gemüsebeet. Er versauert den Boden leicht und entzieht beim Verrotten Stickstoff. Für Beerensträucher und Zierbeete ist er gut geeignet, für Starkzehrer wie Tomaten oder Zucchini nicht.

Holzhäcksel

Ähnlich wie Rindenmulch, aber gröber und günstiger. Viele Kommunen verschenken Häckselgut. Auf Wegen und unter Hecken ideal. Im Gemüsebeet nur als unterste Schicht im Hochbeet, nicht als Mulch auf der Oberfläche.

Laub

Herbstlaub ist kostenlos und reichlich verfügbar. Eichenlaub verrottet langsam und macht sauer - gut für Heidelbeeren, weniger für Gemüse. Obstbaumlaub und Lindenlaub zersetzen sich schneller und sind neutral. Im Frühjahr die Reste vom Beet räumen, bevor du neu pflanzt.

Grasschnitt und Pflanzenmaterial gemischt

Abgeschnittene Gründüngung, gehäckselter Beinwell, Brennnesseln (vor der Samenreife) - alles brauchbar. Diese Materialien bringen gleichzeitig Nährstoffe mit und funktionieren als Mulch und Langzeitdünger in einem.

Faustregel für die Schichtdicke: Feines Material (Rasenschnitt): 3 bis 5 cm. Mittleres Material (Stroh, Laub): 5 bis 10 cm. Grobes Material (Häcksel, Rindenmulch): 7 bis 15 cm. Lieber etwas dünner anfangen und nachschichten als eine zu dicke Schicht, die fault.

Welcher Mulch für welchen Bereich?

Gemüsebeet: Rasenschnitt, Stroh oder Mischungen aus Pflanzenresten. Alles, was sich innerhalb einer Saison zersetzt und Nährstoffe liefert. Beim Düngen von Tomaten kannst du den Mulch als Ergänzung nutzen - er hält den Boden feucht und die Nährstoffe an Ort und Stelle.

Wege im Garten: Holzhäcksel oder grober Rindenmulch. Hier geht es nur um Unkrautunterdrückung und Begehbarkeit. Nährstoffe braucht der Weg nicht.

Unter Sträuchern und Bäumen: Rindenmulch oder Laub. Einmal im Jahr nachschichten reicht. Der Naturkreislauf erledigt den Rest.

Erdbeerbeet: Stroh, sobald die ersten Früchte sichtbar werden. Vorher mulchen bringt nichts, weil das Stroh die Bodenerwärmung im Frühjahr bremst.

Wann du nicht mulchen solltest

Mulch ist kein Allheilmittel. Es gibt Situationen, in denen du die Finger davon lässt:

Vorsicht bei Schneckenjahren: Stroh- und Rasenmulch direkt an jungen Salatpflanzen oder Kohlrabi ist eine Einladung zum Schneckenbuffet. In feuchten Sommern besser auf Mulch rund um gefährdete Pflanzen verzichten oder mit Schneckenzäunen kombinieren.

Typische Fehler beim Mulchen

Zu dick auftragen: 20 cm frischer Rasenschnitt auf einmal? Das fault, stinkt und erstickt den Boden. Weniger ist mehr, dafür öfter nachschichten.

Mulch direkt an den Pflanzenstiel: Immer einen Kragen von 3 bis 5 cm freihalten. Feuchter Mulch am Stiel begünstigt Fäulnis und Pilzkrankheiten. Das gilt besonders für Tomaten, die empfindlich auf Nässe am Stängelgrund reagieren.

Falsches Material am falschen Ort: Rindenmulch im Gemüsebeet entzieht Stickstoff. Rasenschnitt auf Wegen wird bei Regen rutschig. Nadelstreu macht den Boden sauer - nur dort einsetzen, wo das erwünscht ist.

Unkraut übermulchen: Mulch unterdrückt Unkrautsamen, aber kein Unkraut, das schon wächst. Erst jäten, dann mulchen. Giersch und Quecke wachsen durch jede Mulchschicht durch, laut dem NDR Gartenratgeber hilft bei hartnäckigem Wurzelunkraut nur konsequentes Ausgraben.

Mulchen gehört zu den einfachsten Maßnahmen, die den größten Unterschied machen. Weniger gießen, weniger jäten, besserer Boden. Die Materialien fallen im Garten sowieso an. Du musst sie nur verteilen, statt in die Biotonne zu werfen.